Der Musikstil Volksmusik bezeichnet die traditionelle, charakteristische Musik einer Region oder einer Gemeinschaft. Dazu gehören Volkslieder, häufig ganz ohne Schriftstück überliefert, wie auch instrumentale Klänge, die Grundlage für den zugehörigen Volkstanz sind. Volksmusik war einst fester Bestandteil dörflicher Gemeinschaften oder kleinstädtischer Gesellschaften und Grundlage von Festen wie Dorffesten, Hochzeiten oder anderen Anlässen.

In der Volksmusik spiegelte sich die Lebensweise vor Beginn des Industrialisierungszeitalters. Die Musik wurde aus Geschichten und Sitten des Alltags geboren, vorwiegend des bäuerlich-dörflichen Alltags. Urheber der Musik wurden häufig nicht übermittelt, vielmehr war die Musik ein Gemeinschaftsprojekt, welches anonym aus dem Volk entstand und von Generation zu Generation weitergetragen wurde. Nicht richtig ist die pauschale Annahme, dass Volksmusik die Musik einer gesamten Nation oder eines Staatsvolkes widerspiegelt. Schuld an dieser Auffassungsweise ist vor allem die nationalistische Bewegung, die die Volksmusik für ihre Politik vereinnahmte.

Die Volksmusik vergangener Tage wurde gelebt, sie diente kaum der Darbietung oder des Vortragens. Ausnahme dabei waren die sogenannten Volkssänger. Sie traten im deutschsprachigen Raum, vorwiegend in Wien, in Gasthäusern oder anderen Etablissements auf und trugen Volkslieder vor. Der Beruf des Alleinunterhalters löste die Konzentration auf das Volkstümliche ab und es entstand eine Form des Kabaretts. Zumeist aus dem 19. oder 20. Jahrhundert stammend, wurde die Volksmusik von Volkskundlern aufgezeichnet und wird heute, häufig sehr erfolgreich, von Musikgruppen neu interpretiert.

Das Jodeln ist eine berühmte Form der Volksmusik, insbesondere im Süden, in Bayern und in Österreich verbreitet. Beim Jodeln wird auf Text verzichtet, die Laute schlagen häufig und schnell zwischen Brust- und Falsettstimme um, es kommt zu großen Intervallsprüngen. Der breite Tonumfang kennzeichnet das Jodeln, dessen Wortstamm lautmalerischer Natur ist. Kurze, schrille, aber doch melodiöse Schreie, Juchitzer oder auch Juchzer genannt, werden dabei eingebaut.

Doch auch in anderen deutschsprachigen Räumen und Gebieten bekennt man sich zu seiner typischen Volksmusik und lässt die Mundart einfließen. Im Norden und an der Nordseeküste wird beispielsweise gern auf Plattdeutsch gesungen und musiziert.