Zither als Pop-Musikinstrument

Kaum zu glauben, aber wahr. Die Zither war einst ein richtiges Pop-Musikinstrument, in ganz Europa beliebt. Sie war günstig zu bauen, ist selbsterklärend und leicht als Instrument zu erlernen und sie wurde von allen sozialen Schichten akzeptiert. Söhne und Töchter des Kleinbürgertums wie auch der Bauern im Alpenraum bespielten gleichermaßen gern die Zither.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, einhergehend mit verändertem Freizeitverhalten, gab es eine Trendwende, und die Zither geriet ins Abseits. Jetzt wurde sie vor allem als großmütterliches Instrument wahrgenommen und milde belächelt. Kein junger Mensch interessierte sich mehr für das hölzerne Saiteninstrument, genau wie für das Spielen von Instrumenten an sich. Musik wurde nach dem Zweiten Weltkrieg häufig gar nicht mehr selbst produziert, sondern nur im Radio oder auf dem Grammophon angehört.

Einen großen Aufschwung erfuhr die Zither noch einmal, nachdem im Jahr 1949 der Film „Der dritte Mann“ in die Kinos kaum. Die Zither-Filmmusik ist bis heute Kult, doch ist das einst so beliebte Instrument dazu in den Hintergrund geraten. Dabei kann sich jeder an dieses Instrument heranwagen. Besonderes einfach zu erlernen ist die Akkordzither. Bis etwa ins Jahr 1940 wurde sie millionenfach in Deutschland und den USA hergestellt.

Die Akkordzither war damit einst fast schon ein Massen-Instrument. Im Erlernen sehr bequem: Der Einfachheit halber kann ein Notenblatt unter die Saiten gelegt werden. Außerdem war sie besonders leicht herzustellen. In Deutschland gab es zu Hochzeiten ganze fünfzig Zitherfabriken. Die größte unter ihnen stellte in zwei Rekordjahren 200.000 der Instrumente her.

Die professionelle Ausbildung an der Zither ist eher rar gesät. In Deutschland bietet einzig die Hochschule für Musik und Theater in München den pädagogischen Diplomstudiengang Zither bzw. den Bachelor of Music an. In Österreich kann man die Zither formvollendet an Konservatorien in verschiedenen Städten wie Graz, Klagenfurt, Innsbruck oder Linz studieren. Auch das Mozarteum in Salzburg hat der Zither einen Platz eingeräumt.

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