Verdienstmedaille für Volksmusik

Für ein langjähriges ehrenamtliches Engagement kann man in der Bundesrepublik Deutschland mit der Verdienstmedaille ausgezeichnet werden. Auch für sein Engagement in der Volksmusik? Ja, das geht. Alexandra Schupp traf den Bundespräsidenten und hat die Verdienstmedaille der Bundesrepublik für ihr Engagement in der Blasmusik erhalten. Denn ihre Leistung ist beachtlich. Alexandra Schupp ist nicht nur dreifache Mutter, sondern spielt im Akademischen Blasorchester und ist Leiterin des Bezirks München im Musikbund von Ober- und Niederbayern. Als wenn dies noch nicht ausreichend Betätigung wäre, singt sie dazu noch im Kirchenchor mit.

Zur Blasmusik fand sie über die Oboe. Da es in ihrem Musikverein keinen Lehrer für Oboe gab, wurde dieser kurzerhand vom Verein organisiert und so konnte sie ihren Platz in der Blasmusikgruppe einnehmen. Mit Freude verfolgt sie, dass Blasmusik und die traditionelle Musik bei den Jugendlichen wieder mehr im Kommen sind. Dabei ergreift Alexandra Schupp die Initiative und stellt ihre Instrumente in Kindergärten und Grundschulen vor, um schon früh den Weg zu bereiten und den Einstieg zu ermöglichen.

Doch mit den Gymnasien ist es schwieriger geworden, da das G8-Abitur den Jugendlichen freie Zeit raubt, die sie außerhalb der Schule für Hobbys und Freizeitgestaltung zur Verfügung haben. Aus diesem Grunde wird der Musikunterricht kurzerhand in die Nachmittagsbetreuung integriert, oder, andere Möglichkeit, man konzentriert sich auf andere Schulformen. Wie die Erfahrung zeigt, sind Schüler der Realschule und Mittelschule häufiger ortsverbunden und ziehen weniger weg, um zum Beispiel in einer anderen Stadt ein Studium aufzunehmen.

Als Alexandra Schupp die Einladung zur Ehrung in ihrem Briefkasten vorfand, glaubte sie zunächst an einen Scherz. Zu ungewöhnlich schien ihr die Einladung nach Berlin zum „Tag des Ehrenamtes“. Dass Alexandra Schupp das Ehrenamt verinnerlicht hat, ist nicht von der Hand zu weisen. Sie rät allen, es einfach mal zu machen, denn „aussteigen kann man immer noch“. Und schließlich gibt einem die Gemeinschaft rund um die Musik viel. Beim Musizieren spielen weder Alter noch Geschlecht oder Staatsangehörigkeit eine Rolle.

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